Daten – das Produkt der Digitalisierung – Teil 2

Im letzten Jahr waren wir (Hubert J. Weitzer und Birgit Parade) bei den Medientagen in München. Auch hier spielte das Thema der Digitalisierung eine große Rolle, schließlich sind ihre Auswirkungen ja auch in der Medien- und Kommunikationslandschaft spürbar. Dabei gehen die unterschiedlichen Player ganz verschieden mit den Herausforderungen um. Was aber alle vereint, ist der Wille, die großen Datenmenge zu verstehen und bestmöglich zu nutzen. Sie haben das Geschäft Big Data entdeckt und in die unterschiedlichen Geschäftsmodelle gegossen. Der gläserne Konsument scheint Realität geworden zu sein, mit allen seinen Sonnen- und Schattenseiten, die wir hier nicht beurteilen wollen. Was aus den Eindrücken der Medientage München entstanden ist, ist eine dreiteilige Artikelserie zum Thema Big Data, die wir euch heute und in den nächsten Tagen hier noch einmal zum Lesen online stellen möchten.

 

 

Daten als Quelle für Weiterentwicklung – Big Date bietet Chancen für Verlage

Eindrücke von den Medientagen 2014
erschienen im medianet am 13 visit the site. November 2014
Autor: Birgit Parade

 

Auch auf den Print- und Onlinemedien Panels der Medientage München war Big Data ein Thema. Nicht nur aus der Perspektive des Datenjournalismus, sondern auch aus der Sicht der Schaffung neuer Erlösquellen für Verlage. Die deutliche Mehrheit der Verlage wolle Informationen künftig stärker als wichtiges Vehikel in der Unternehmensführung anwenden, so Marc Ziegler, Head of Digital Business bei der Unternehmensberatung goetzpartners. Das weltweit erhobene Volumen an Daten wächst jährlich um 50 Prozent. „Aber nur 0,5 Prozent dieser Daten werden derzeit auch genutzt“, beobachtet Ziegler. In einer Studie hat goetzpartners die Vorreiter im  Verlagswesen identifiziert: Vor allem Fachverlage wie Wolters Kluwer, aber auch einzelne Zeitungshäuser wie die Financial Times griffen demnach bereits erfolgreich auf Big Data zu.

„Wir haben den Code der Digitalität noch nicht geknackt“, räumte Johannes Rohde, Leiter Unter- nehmensentwicklung Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ Medien), ein. Dennoch wandelt sich das Printhaus nach seinen Worten durchaus aussichtsreich zum digitalen Unternehmen. Das aufgebaute Know-how im E-Commerce beispielsweise werde dazu genutzt, um mit regionalen Unternehmen gemeinsame Shops aufzubauen. Auch plane man in einem weiteren Schritt digitalen Angebote maßgeschneidert für individuelle Nutzer zu produzieren. Die dazu nötige Verknüpfung der Artikel mit semantischen, geografischen und anderen Attributen erfolge derzeit aber noch manuell durch die Redakteure, weil es kein geeignetes Produkt auf dem Markt gebe, so Rohde. Ein bereits etablierter Dienstleister für Prognosen, die automatisierte Entscheidungen in den Unternehmen erlauben, ist Blue Yonder. Lars Trieloff, Leiter Product Management, beschrieb das Kernproblem im fehlenden Wissen. „Kenne ich nicht, verstehe ich nicht, ignoriere ich“ sei durchaus eine typische Reaktion auf Big Data-Prognosen.

 

Datenjournalismus – Gefahr oder Chance

Trends wie die Automatisierung journalistischer Tätigkeiten oder die Bündelung von Informationen auf der Basis personalisierter Daten stellen Entwicklungen dar, die die Arbeit von Journalisten grundlegend verändern werden. Die Produktion journalistischer Beiträge verschmelze zunehmend mit der Programmierung von Anwendungen, ist Datenjournalismus-Experten Lorenz Matzat überzeugt. Automatisierter Journalismus, aber auch Visionen von einem Virtual Reality Journalism mit 3-D-Anwendungen, seien derzeit aber weitgehend auf den amerikanischen Markt beschränkt. Auch Ulrike Langer, Fachjournalistin für digitale Innovationen aus Seattle, berichtete, dass viele Innovationen noch gar nicht in Deutschland angekommen seien. So setzten amerikanische Zeitungen für „Echtzeitjournalismus“ auch das Publikum ein.

Der Datenjournalismus bei der Auswertung von unterschiedlichsten Datenbeständen biete eine große Chance. Diese sieht auch Joachim Knuth, NDR-Programmdirektor Hörfunk: „Algorithmen und Maschinen können für den Journalismus eine Ergänzung sein.“ Das sieht auch Christoph Dernbach, Leiter der dpa-Redaktion Netzwelt, so: „Der Roboter ist für uns ein Hilfswerkzeug, ohne das der Mensch nicht mehr auskommt.“ Er nannte als Beispiel aus dem eigenen Haus das maschinelle Erstellen der Sportgrafiken an Bundesliga-Spieltagen, das pünktlich nach dem Abpfiff der Spiele erfolge. Und auch Sebastian Matthes, Chefredakteur der Huffington Post Deutschland zeigte sich überzeugt, dass Roboterjournalismus den Journalismus „wesentlich besser machen“ könne: „Wir können Journalisten dann kreativer arbeiten lassen – die Meldung zu einem großen Kurssprung kann doch ein Roboter erledigen.“

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