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Es passiert enorm viel.

Erstmals beim barcamp.digital dabei ist in diesem Jahr das journocamp. Im Mittelpunkt steht der Journalismus – von heute, aber vor allem von morgen. Wir haben mit Katharina Ramchen und Gunther Müller von fjum gesprochen und nachgefragt, vor welchen Herausforderungen Journalismus steht und wo der Weg hingeht.

 

Beim barcamp.digital gibt es in diesem Jahr erstmals auch ein Journalismuscamp. An wen richtet ihr euch damit?

Wir wollen mit jungen Leuten zusammenkommen, die sich für diesen Job interessieren oder die bereits am Anfang ihrer journalistischen Karriere stehen.

 

Der Journalismus war ja immer schon sehr wandlungsfähig und musste sich schon oft in der Geschichte auf neue Gegebenheiten einstellen. Wie sieht denn dieser Wandel in Zeiten der Digitalisierung aus? Was ist heute anders als noch vor einigen Jahren?

Technologisch wie methodisch hat sich in den vergangenen Jahren Vieles radikal verändert. Es ist völlig offen, wie sich die klassischen Print-, Radio- und TV-Medien neben dem Internet entwickeln werden. Im digitalen Bereich gibt es ständig neue, sehr spannende Entwicklungen, auf die der Journalismus reagieren muss: Die Konkurrenz zwischen den Medienanbietern ist extrem groß. Formate, für die es früher ein ganzes Redaktionsteam gebraucht hat, kann heute ein Einzelner mit einem guten Smartphone und den richtigen Apps produzieren. Von Snapchat über 360-Grad-Videos bis hin zu Virtual Reality passiert enorm viel.

 

Es ist völlig offen, wie sich die klassischen Print-,

Radio- und TV-Medien neben dem Internet entwickeln werden. 

 

Ist der heutige Nachwuchs diesen neuen Herausforderungen gewachsen? Oder was bräuchten Journalisten heute, um ihren Job bestmöglich zu machen?

Die NachwuchsjournalistInnen müssen vor allem digitale Skills beherrschen: Das geht von Social Media über Videos bis hin zum Programmieren. Hier haben die Jungen einen enormen Vorteil gegenüber der älteren Generation, die digital längst nicht so fit ist. Gleichzeitig müssen die Berufseinsteiger aber auch das traditionelle Handwerk beherrschen: gründliche Recherche, Interview-Führung, Storytelling.

 

Sind die Aufgaben vielfältiger geworden? Muss man als Journalist alle Mediengattungen bedienen können oder zählt Spezialisierung auf einen Bereich auch noch?

Die Anforderungen sind sicherlich gewachsen. Besonders gefragt sind jetzt Allrounder, also Leute, die mit ihrem Smartphone Videos für Online-Nachrichten produzieren können und gleichzeitig aber das journalistische Handwerk kennen und beherrschen.

 

Eine häufige Diskussion dreht sich um das Spannungsfeld Blogger und Journalisten und auf individueller Ebene fällt die Abgrenzung da manchmal auch schon recht schwer. Aber wie seht ihr die Blogger-Szene – Freund oder Feind?

Blogger sind unserer Meinung nach genauso JournalistInnen wie Reporter in Redaktionen. Wichtig ist nur, dass sie ethische journalistische Standards einhalten, dass sie ihre Unabhängigkeit bewahren, Fakten checken und für ihre Artikel recherchieren. Ob sie das in einer Redaktion oder auf eigene Faust tun, spielt letztlich keine Rolle.

 

Ob sie das in einer Redaktion oder auf eigene

Faust tun, spielt letztlich keine Rolle.

 

Wo seht ihr die größten Herausforderungen für Journalisten in den kommenden Jahren?

Junge JournalistInnen müssen sich in einer immer komplexeren und sich schnell verändernden Welt zurechtfinden. Die Herausforderungen sind groß, gleichzeitig bieten die
Entwicklungen im digitalen Bereich enorme Möglichkeiten. Das Motto sollte also lauten: „Keine Angst haben, Dinge ausprobieren und die digitalen Entwicklungen als Chance verstehen“.

 

Gibt es Trends, die schon spürbar sind?

Gerade im Video- und Multimedia-Bereich passiert derzeit enorm viel: Bei Live-Übertragungen von Veranstaltungen, 360-Grad-Videos und Virtual Reality stehen wir erst am Anfang, hier wird in den nächsten Jahren noch sehr viel passieren. Gerade erleben wir viele Entwicklungen im Datenjournalismus. Durch den Booms von Videospielen werden wir auch vermehrt Newsgames entwickelt, also Videospiele mit journalistischem Inhalt.

 

Was erwartet die BesucherInnen beim journocamp? Worum wird es gehen? Was könnten mögliche Themen in eurem Slot sein?

Wir freuen uns darauf, viele junge Leute zu treffen und stellen uns inhaltlich ganz auf ihre Fragen und Bedürfnisse ein. Wir wollen mit und von unseren BesucherInnen lernen und gemeinsam darüber erörtern, was Journalismus im digitalen Zeitalter kann und soll. Uns interessiert, wie die Digital Natives die Medienlandschaft wahrnehmen und was sie sich für die Zukunft der Branche wünschen.

 

Danke für das Interview!

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