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Es gibt immer Platz für Neues

Die Expertinnen für digitale Kommunikation, Dani Terbu und Nina Mohimi, wollen mit blogIT einen fixen Platz für Diskussionen rund um Blogs, Influencer Relations und Leidenschaft für gute Webcontents schaffen. Wir haben mit den beiden gesprochen und gefragt, wo denn die Trends in diesen Bereichen liegen.

Ihr seid mit dem blogit zum zweiten Mal beim barcamp.digital dabei, an wen wendet sich das Camp?
blogIT wendet sich an alle, die sich fürs Bloggen interessieren, die selber schon ein Blog haben oder eines starten wollen. Wir finden: jede/r sollte ein Blog haben. 😉

Ihr beiden seid Profis im Umgang mit Blogs, aber auch mit Bloggern? Was macht die Szene in Österreich den aus und wie stehen wir in vergleich zu anderen Ländern da? Ist Österreich schon gesättigt oder gibt es noch Platz für Newcomer?
Es gibt immer Platz für Neues – vor allem, weil ja viele Blogs nach einiger Zeit wieder einschlafen und sich nichts mehr tut. Oft wird die Intensität, mit der man ein Blog bzw. das zugehörige Auftreten in diversen Social Media Kanälen wie Instagram, Facebook, Snapchat etc.betreiben sollte, unterschätzt. Oder man wollte schnelles Geld damit verdienen und das ging nicht, also hört man wieder auf.

 

Wir mögen Blogger, die integer

sind, authentisch & leidenschaftlich.

Bloggen tut ja heute empfundenermaßen schon jeder, aber was unterscheidet einen guten von einem schlechten Blog, wie grenzt ihr das ab?
Wir würden uns nicht anmaßen, Blogs zu beurteilen. Wir mögen Blogger, die integer sind, authentisch & leidenschaftlich. Die für etwas stehen und diesen Standpunkt auch vertreten, ohne wenn und aber. Im Vordergrund steht die Liebe zum Thema und nicht die Liebe zum Geld. Das wird immer seltener. Nicht falsch verstehen: wir sind die ersten, die finden, das Blogger/Influencer für Ihre Leistung bezahlt werden sollen. Wenn aber die Dollarzeichen in den Augen so groß sind, dass sich die eigene Meinung wie ein Blatt im Wind dreht, ist es für uns kein Zeichen von Qualität. Transparenz ist auch noch so eine Sache, die wir als wichtig empfinden.

Wie sieht es mit Blogs aus? Stecken wir da noch in den Kinderschuhen?
Nein, die Kinderschuhe haben wir spätestens letztes Jahr hinter uns gelassen. Die Zeit der Unschuld ist vorbei, denn oft gilt „wer zahlt, hat recht“. Da werden Produktbesprechungen ohne Kennzeichnungen abgeliefert, am Instagram-Account mit Analogkäse posiert und dabei glücklich in die Selfiekamera gelächelt und und und. Kinderschuhe sind das keine mehr. Abgelatschte Teenager-Turnpatschen wohl eher.

Social Media wird ja oft auch als Microblogging bezeichnet – wie seht ihr das? Ist Bloggen ohne Soziale Medien überhaupt erfolgreich umsetzbar? Kein also eines oder das andere?
Man kann schon ohne Verlinkung ins Social Web bloggen, aber für die Reichweite ist es ratsam, sich über Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, you-name-it zu vernetzen.

 

Die Frage ist, wie lange Leser es akzeptieren

werden, dass jedes 2. Posting werbefinanziert

(und oft nicht gekennzeichnet) ist.

 

Wo liegen die Trends in Österreich? Wohin führt der Weg in den kommenden Jahren?
Trends – das ist eine spannende Frage, mit der wir uns in den letzten Monaten, in denen wir uns beruflich immer weiter von den Themen Blogger bzw. Blogger Relations entfernt haben, sehr intensiv beschäftigt haben:

1. Kommerzialisierung bzw. das Ende des Bloggers
Schon im vergangenen Jahr sprach man nicht mehr von Blogger, sondern von Influencer Relations. Ein Blog ist nicht mehr das einzige Outlet, Text nicht mehr die einzige Ausdrucksmöglichkeit. Influencer informieren ihre Leser mit zumindest semi-professionellem Fotocontent und manchmal auch sogar Videos, sie snappen und präsentieren sich via Instagram Stories. Das Leben der „Blogger“ ist stressiger geworden, dafür sind die Chancen die Leidenschaft zum Beruf zu machen gestiegen.

2. Entwicklung des Spannungsfeldes Influencer – Unternehmen
Immer mehr Influencer mit großer Reichweite arbeiten für mehrere unterschiedliche Brands gleichzeitig. Die Userkritik wird hier sicherlich nicht auf Dauer ausbleiben. Die Frage ist, wie lange Leser es akzeptieren werden, dass jedes 2. Posting werbefinanziert (und oft nicht gekennzeichnet) ist und wie lange es dauert, bis Unternehmen kapieren, das multiple, oberflächliche und kurzfristige Beziehungen mit Influencern sinnlos sind.
Auf der anderen Seite der Schere stehen diejenigen Instagrammer/Blogger mit geringer bis mittlerer Reichweite, von denen erwartet wird, dass kostenlos über Unternehmensinhalte oder Events berichtet wird.

3. Lifestyle vs. Themenblogs
Während Blogs vor ein paar Jahren eher monothematisch waren, wird es vor allem im Bereich „Lifestyle“ allgemeiner: es werden mehrere Themen (Fashion, Fitness, Food) gleichzeitig abgedeckt. Gleichzeitig wird es wieder indivdueller: Persönlichkeit und Interesse der Blogger kommen wieder stärker heraus. Großer Nachteil: Lifestyleblogs befassen sich (meistens) weniger in der Tiefe mit den bearbeiteten Themen. Der Expertenstatus geht verloren.

4. Blogstyle vs. Magazinstyle
Die Ausrüstung vieler Blogger steht Fotojournalisten kaum noch um etwas nach. Der Content gleicht daher auch oft schon denen von Hochglanzmagazinen.
Das ist schön anzusehen, wirkt aber auf Dauer unnahbar. Es wird sicher auch hier einen wachsenden Trend zu no filter Content geben, der weniger „coffeetable style“ hat, aber dafür eher – z.B. bei Food – zum Nachmachen einlädt.

Warum seid ihr beim barcamp.digital dabei? Was macht die Barcamp-Idee für euch besonders?
Weil wir letztes Jahr die Erfahrung gemacht haben, dass das Camp-Gefühl beim barcamp.digital tatsächlich noch erhalten ist und wir viel gelernt haben. Dani beschäftigt sich schon seit 2006 mit Barcamps – wir mögen den Austausch, die Energie, die entsteht, wenn sich viele „likeminded“ Mensch an einem Ort zusammentun.
Was erwartet die BesucherInnen beim blogit? Worum wird es gehen? Was könnten mögliche Themen in eurem Slot sein?
Mögliche Themen in unserem BlogIT Slot könnten sein: Content Strategien für Blogger, Blog-Aufbau, Reichweite: warum, wieviel, weshalb, Fototipps,
WordPress, Social Media Netzwerk, Rechtliches, Blogger Relations etc.

Danke für das Interview.

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