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Warum der Online-Journalismus von Content-Strategen profitieren kann

 

Parallel zum #coscamp für Content Strategie findet auch das #journocamp für Journalismus statt. Ich bin Journalistin und schlage seit einem Jahr die Brücke zwischen den zwei Disziplinen und versuche hier einen Einblick zu geben, warum diese zusammengehören.

In den vergangenen Jahren, in denen ich sowohl für Print als auch Online Texte für ein Newsmedium geschrieben habe, ist mir eigentlich bewusst geworden, wie schnell sich (vor allem) der Online-Journalismus weiter und teilweise in entgegengesetzte Richtungen zum Print entwickelt. Manche Newsportale übernehmen diese Entwicklungen, sind teilweise Vorreiter und haben das Wissen, wie man es machen sollte. Manch andere allerdings nicht. Die Qualität des Online nimmt eine Bandbreite ein, die von „grandios“ bis „gnlesbar“ reicht. Und da stellte sich mir persönlich die Frage: „Quo vadis Online-Journalismus?“ 

 

Der Content ist entscheidend

Eines ist klar: Der Content ist entscheidend. Für mein Empfinden gerade im Online-Journalismus eventuell noch eine Spur entscheidender, da für Medienhäuser Content das Produkt (also die Ware) ist, das verkauft werden soll. Und gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Frage immer öfter gestellt wird „Wie verdient man mit Online-Journalismus Geld?“ kann die richtige Strategie ein entscheidender Faktor sein. Denn am Ende geht es doch immer darum, sich von der Konkurrenz — die aufgrund der unzähligen Blogger und mittlerweile sehr guten Online-Auftritte diverser Unternehmen und Informations-Portale  —  abzusetzen und die Leser/User auf seine Seite zu ziehen.

 

Profi und Basic-Wissen

Doch wer nun denkt, eine Content-Strategie bezieht sich nur auf Planung und Produktion des tatsächlichen „Content“, der irrt. Natürlich ist das ein gewichtiger Teil. Doch es gehört sehr viel mehr dazu: Audits, UX-Design (User Experience), Information Architecture, Marketing, Kommunikation, empirische Sozialforschung, SEO, usw. usf. Und wer sich über die Fülle an Gebieten, in denen sich ein Content-Stratege auskennen sollte, wundert: Ja, es ist eine Menge. Aber man sollte als Content-Stratege nicht nur Spezialist und Profi in manchen Gebieten sein, sondern auch in weiteren Bereichen zumindest die Basics beherrschen.

Um wieder zum Online-Journalismus zurückzukommen: Die Content-Strategie stellt den Kunden in den Mittelpunkt. Im Fall des Journalismus heißt dies: Den Kunden, der dann tatsächlich für den Content (online oder in gedruckter Form) bezahlt. Und warum tut er dies? Weil ihn der gebotene Content überzeugt.

 

Zwei Beispiele

Wie Content-Strategen den Online-Journalismus beeinflussen können? Nur zwei kleine Beispiele in dem wahnsinnig großen Pool an Möglichkeiten, die sich für eine Content-Strategie bietet. Irene Michl (www.irenemichl.at) und ich haben etwa bereits gebloggt, warum Content-Audits für den Online-Journalismus wichtig sind (http://oer.fh-joanneum.at/contentstrategy/content-audits-im-online-journalismus/). Hier nur kurz die wichtigsten Aussagen:

  • Content Audits unterstützen die Unternehmensziele.
  • Durch Qualitätswahrung kann das Erlebnis für die User (positiv) beeinflussen.
  • Man kann die eigene Zielgruppe besser kennen lernen.
  • Man kann vergleiche mit dem Mitbewerber ziehen.

Content-Audits sind also eine Chance für den Online-Journalismus und für Newsportale. Sie lassen Rückschlüsse auf Qualität des Contents zu und in Folge kann optimiert werden.

Ein weiteres Beispiel wie wichtig eine Content-Strategie im Online-Journalismus sein kann, sind Infografiken. Hier wird Content nicht nur textlich präsentiert, der damit einen beachtlichen Mehrwert für den User bietet. Wenn er richtig eingesetzt und für die Zielgruppe entsprechend produziert wird. Die New York Times hat während der EM 2016 eine Infografik erstellt, welche Szenarien für Österreichs Nationalteam während des letzten Gruppenspiels gegen Island bei welchem Ergebnis eintreten. Das war für mich ein Anlass  für den Blogbeitrag “Warum interaktive Infografiken den Online-Sportjournalismus bereichen” gegeben hat (Link: “http://oer.fh-joanneum.at/contentstrategy/warum-interaktive-infografiken-den-online-sportjournalismus-bereichern/).  Würde man all diese Ergebnis-Möglichkeiten und deren Bedeutung für Österreich nur textlich beschreiben, könnten sich Leser leicht in der Flut an Informationen „verirren“. Außerdem wäre diese Darstellung visuell nicht ansprechend. Auch eine nicht-interaktive Infografik, wie sie etwa in einer gedruckten Zeitung verwendet werden, würde anhand dieser Möglichkeitsfülle („Was wäre wenn“) zu umfangreich und unübersichtlich ausfallen. Der Online-Journalismus bietet also eine Menge mehr an Möglichkeiten, wie man Content dem User präsentieren kann.

 

Bestärkung

Content-Audit und Infografiken sind nur zwei Beispiele. Doch man kann glaube ich gut sehen, dass ein Content-Stratege ein Allrounder sein muss. Im weiteren meine ich: Jeder Online-Journalist sollte zumindest ein Grundverständnis einer Content-Strategie haben und auch manche Basics beherrschen. So wäre es sicher kein Nachteil, Monitoring-Tools zu nützen und die Ergebnisse für die Verbesserung der eigenen Texte auslesen zu können. Medienhäuser sollten zudem anhand von Strategien Entscheidungen treffen visit this site. Davon profitieren nicht nur sie, denn sie gewinnen zahlende Kunden, sondern auch die Leser. Denn Letztere erhalten das, was sie eigentlich wollen: guten Content!

Ich freue mich auf die Diskussion mit euch.

 

Text von Sandra Matthelitsch (Twitter: @smathelitsch)

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